Im Rahmen des Monnet-Plans versuchte Frankreich, die deutschen Industriegebiete in seinen zugewiesenen Gebieten wirtschaftlich zu kontrollieren, insbesondere Gebiete mit großen Kohle- und Mineralvorkommen wie das Ruhrgebiet (in der britischen Zone) und die Saar. Ähnliche Versuche, die Ruhr unter Ihre Kontrolle zu bringen oder dauerhaft zu internationalisieren (siehe Internationale Behörde für das Ruhrgebiet), wurden 1951 aufgegeben, als Frankreich die traditionellen Ziele der europäischen Hegemonie ablehnte, die auf europäischer Feindschaft beruhten. [weitere Erläuterung erforderlich] Angesichts der us-amerikanischen und sowjetischen Vorherrschaft über Europa hat die französische Regierung einen historischen Schritt getan, als sie entschied, dass das einzige lebensfähige politische Modell für die Zukunft in der europäischen Integration liege; dies führte 1950 zur Schuman-Erklärung, einem Plan, der größtenteils von Jean Monnet ausgearbeitet wurde. Der Plan sah Frankreich und Deutschland als Kern eines neuen Europas vor, das eine Annäherung und die Herstellung enger Beziehungen zwischen den beiden Staaten erfordert. In einem ersten Schritt sollten sich Frankreich und Deutschland auf eine Bündelung ihrer Kohle- und Stahlressourcen einigen (siehe Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl). Die deutsche Beteiligung an dem Plan war von einer Rückkehr der vollen politischen Kontrolle der deutschen Industrie an die westliche Bundesregierung abhängig. Frankreich verzögerte jedoch die Rückkehr der Saar in der Hoffnung, seine wirtschaftliche Kontrolle über die Region zu festigen. Länder, Länder, Kreise und Gemeinden haben in der Regel eine lange Geschichte. Sie verändern sich im Laufe der Jahre, werden größer oder kleiner, gewinnen oder verlieren Souveränität und das Recht auf Selbstbestimmung. Aber sie haben in der Regel ein festes territoriales Herz, das sich oft seit Jahrhunderten nicht verändert hat. Bayern und Hessen, Kärnten und die Steiermark, die Schweizer Kantone, die Normandie und die Bretagne – fast alle diese Namen gelten nicht nur für ein bestimmtes Gebiet, sondern auch für eine politisch entwickelte Verwaltungseinheit, die für die kollektive Identität ihrer Bewohner steht. Das Saarland bildet eine Ausnahme von dieser Regel.

Sicherlich ist die Saarregion eine alte Kulturlandschaft, die einst von Kelten, Römern und Germanen besiedelt wurde, und das Referendum am 23. Oktober 1955 sollte darüber entscheiden, ob das europäische Statut angenommen oder abgelehnt werden sollte. Aber die eigentliche Frage in der dreimonatigen Kampagne war, ob die Saarländer bereit waren, ihren Sonderstatus langfristig zu akzeptieren und ihre deutsche Identität aufzugeben. Es entwickelte sich zu einem erbitterten Kampf, der zum größten Medienereignis in der Geschichte des Saarlandes wurde. Tausende Plakate mit über hundert verschiedenen Themen wurden auf Werbesäulen und Horten gezeigt. Flugblätter wurden an Schaufenstern und Verkehrsschildern aufgeklebt; viele Treffen waren hoffnungslos überfüllt. Vor allem in der hitzigen Anfangsphase kam es zu gewalttätigen Zusammenstößen, Wasserwerfern und Festnahmen durch die Polizei. Die “Ja” und die “Nein” kollidierten unversöhnlich, verunglimpften ihre politischen Gegner mit Polemik und Verleumdungskampagnen.